Kino als Aufbruch am 15.05.2026

Das blaue Licht – Kino als Aufbruch
1996 entstand in der Schliemannstraße 40 im Berliner Prenzlauer Berg ein Ort, der mehr war als ein Kino: „Das blaue Licht“, gegründet von der Gruppe Aufbruch. Was hier begann, war kein klassisches Programmkino, sondern ein Experimentierraum – roh, interdisziplinär und mit einer guten Portion Punk-Attitüde.
Die Gruppe Aufbruch verstand sich nie als geschlossene Einheit, sondern als offene Plattform. Hier trafen unterschiedliche künstlerische Perspektiven aufeinander: Film, Musik, Literatur, Installation und bildende Kunst standen gleichberechtigt nebeneinander und gingen immer wieder neue Verbindungen ein. Der Raum wurde zum Labor, in dem sich ästhetische Formen mischten und neu erfanden – oft spontan, manchmal radikal, immer unabhängig.
Zu den Beteiligten gehörten etablierte Filmschaffende wie Herwig Kipping ebenso wie Musiker:innen, junge Künstler:innen und Menschen aus dem direkten Umfeld des Kiezes. Gerade diese Mischung machte die besondere Energie des Projekts aus: Kunst entstand nicht im luftleeren Raum, sondern im Austausch mit dem sozialen Umfeld – im Dialog mit Nachbarschaft, Subkultur und städtischem Wandel.
„Das blaue Licht“ war damit nicht nur ein Ort für Filmvorführungen, sondern ein Knotenpunkt für kreative Prozesse. Die Gruppe Aufbruch schuf bewusst Raum für andere: für neue Ideen, für Experimente, für Stimmen, die sonst keinen Platz fanden. Offenheit, Improvisation und Zusammenarbeit waren keine Schlagworte, sondern gelebte Praxis.
Anfang der 2000er Jahre zerstreuten sich die Beteiligten der Gruppe und gingen eigene Wege, brachten ihre Erfahrungen jedoch in neue Kontexte ein.
Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums kommen viele von ihnen wieder zusammen:
Am 15. Mai ab 16 Uhr im Platzhaus am Helmholtzplatz.
Das Programm spiegelt die Vielfalt von damals bis heute:
• experimentelle Filme von Herwig Kipping, Hagen Wiel und Robert Beske
• Texte von Robert Rescue (Brauseboys)
• Videos und Text von Constanze Böckmann
• Gedichte von Thomas Schüler
• eine Kurzfilmauswahl von Mathias Groll (Interfilm/Video 😎
Der Eintritt ist frei. Spenden für das Platzhaus sind willkommen.
Das Treffen ist mehr als ein Rückblick: Es ist ein erneuter Aufbruch – offen, kollaborativ und mit genau der Energie, aus der „Das blaue Licht“ einst entstanden ist.